Stollenanlagen im Reinberg / Thalheim bei Wels

In den Jahren 1944/45 wurden in den Reinberg bei Thalheim mehrere Luftschutzstollen getrieben. Abseits der Wege und Straßen schlummern ihre Eingänge zum größten Teil hinter Büschen, unter Felsen oder verborgen in Geländeunebenheiten. Die Präsenz der einstigen Ziegelei Würzburger ist aus der Beschaffenheit der Stollen deutlich herauszulesen. Vor allem die Anlage, die sich in unmittelbarer Nähe zum früheren Ziegelwerk befindet, besteht zu 100% aus Ziegeln. Lt. des Planes, der im Stadtarchiv Wels liegt, handelte es sich dabei um den Stollen der Fa. Würzburger. Er ist, vor allem in der Gegend selbst, wohlbekannt und sieht entsprechend aus. Unzählige bunte Graffiti “zieren” seine Wände. Er wird im Volksmund “der Monsterbunker” genannt. Für die unten angeführten Bezeichnungen der Stollen habe ich die Namen verwendet, die im Plan des Stadtarchives verzeichnet sind.

Von mir gefundene Stollen bzw. deren noch erkennbare Reste:

Stollen der Fa. Würzburger:
Wie bei vielen Luftschutzanlagen üblich kann man den Eingangsbereich von zwei Seiten betreten. Von dort führt ein völlig aus Ziegeln gefertigter Gang in das Innere des Reinbergs.
Folgt der Besucher diesem Gang, so umschließt ihn tiefe Dunkelheit, sobald die ersten Meter, die noch von der Helligkeit des Tages in schummriges Licht getaucht werden, zurückgelegt sind. Im Licht der Taschenlampe tauchen alsbald Mauern auf, deren erste die linke und deren zweite kurz nach der ersten die rechte Seite des Stollens sperrt. Wahrscheinlich wurden sie zur Brechung von Druckwellen so angeordnet. Im Falle eines Bombentreffers im Eingangsbereich hätten sie das Innere des Stollens vor der Luftdruck- u. Splitterwirkung des Einschlages geschützt.
Nachdem man diese Engstelle passiert hat, kommt man in den eigentlichen Luftschutzbereich, der aus einem verwinkelten Gangsystem besteht, das über mehrere Ecken einmal rundherum führt und von dem Seitenstollen abzweigen, die von anderen Eingängen in das System führen.

Ein zweiter Stollen in direkter Nähe:
Dieser ist zur Zeit unpassierbar, da er hinter der Stahltür mit Gerümpel zugemüllt ist. Ein kurzer Blick hinein offenbarte einen Raum, allerdings kann ich nicht sagen, ob es von dort noch weiter in das Innere des Reinbergs geht oder nicht.

Stollen der Fa. Richter-Fritsch:

Stollen der Fa. Rodax:
Lt. Plan müsste es drei Stollen der Fa. Rodax geben. Im angegebenen Bereich konnte ich keine Stollenzugänge entdecken, nur Abdeckungen auf der Wiese, die eventuell mit den Stollen in Verbindung stehen, was aber keineswegs sicher ist. Ein paar Meter daneben gibt es ein mehrere Meter tiefes Loch im Boden, das auch eventuell, aber nicht sicher, mit den Stollen, die dort gewesen sein müssen oder noch immer sind, in Zusammenhang stehen könnte.

Privatstollen Brandner:

Stollen der Fa. Triumpf:

Stollen der Baufirma Gerstl bzw. Maschinenfabrik Reisner und Wolff:

Stollen der Stadt Wels:

Stollen der technischen Nothilfe:

Kellerstollen Gasthaus Marienwarte:
In der Nähe zur Marienwarte befindet sich ein weiterer Luftschutzraum, der sich über zwei Etagen erstreckt. Der Eingang liegt unter großen Felsblöcken begraben. Am Aussehen des Eingangsbereiches lässt sich vermuten, dass er entweder eingebrochen ist, zugeschüttet oder gesprengt und erst im Laufe der Zeit wieder begehbar wurde, eventuell durch Wasserausspülung oder Freilegungen.

Zum Weiterlesen:
http://www.thalheim.at/system/web/zusatzseite.aspx?detailonr=218002482
Stadtarchiv Wels